Abarth 124 Spider: Optisch Retro, technisch Moderne!


Manchmal lohnt der Blick zurück, um eine neuere Erfolgsgeschichte zu schreiben. Jahrelang ruhte bei Fiat eine legendäre Marke, die, einmal vor 10 Jahren wiederbelebt, auf Anhieb in die Erfolgsspur zurückkehrte. Abarth und die Sportmobile im Zeichen des Skorpions galten Jahrzehnte als Maßstab für bezahlbare Hochleistung im Kleinwagensegment.

Abarth 124 Spider

FCA


Der vor 110 Jahren als Karl Abarth in Wien geborene Tüftler, der erst später zum Italiener wurde, demokratisierte mit seinen Auspuffanlagen und Tuningkits für die kleinen Fiat die Sportwagenszene, und die von ihm optimierten Sportmodelle fuhren bis zu der Übernahme seiner Firma im Jahr 1971 zu insgesamt 7.300 Siegen auf den Rennpisten der Welt.

 

Die Karriere der Marke spezialisierte sich von Beginn an auf die kleinen Fiat-Modelle, die für die damaligen Zeiten beachtliche Leistungskuren bekamen. Zwar erscheinen die PS-Werte heute lächerlich bescheiden, beim 500 stieg die Leistung z.B. von 13 PS auf 23 PS, doch reichte dies, um Siege auf der Rennpisten zu holen. Denn Carlo Abarth hatte erkannt, dass bei diesem geringen Gewicht der Kleinwagen bereits wenige PS reichten, um wesentlich größeren Boliden Konkurrenz zu bereiten. Die Marke entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Begriff für bezahlbares Tuning, so dass die Autoindustrie bald Schlange stand. Kunden kamen aus dem Hochadel der europäischen Leistungsklasse und reichten von Fiat über Lancia, Alfa Romeo und Maserati sogar bis zu Ferrari.

 

Im Jahr 1971 schließlich war die Zeit der unabhängigen Tuningschmiede abgelaufen, Fiat übernahm Abarth und setzte den Namen für sportliche Serienmodelle ein, wobei allerdings mitunter der Skorpion auf dem Blech das einzig sportliche war. In die Gebäude der Tuningspezialisten zog die Fiat-Rennsportabteilung ein, die bis in die 1980iger primär Rallyepisten beherrschte. Aus schwer nachvollziehbaren Gründen geriet der Name in Vergessenheit, bis vor 10 Jahren der Fiat 500 Essesse kam. Inzwischen verkaufen in Deutschland 130 exklusive Händler Modelle mit Skorpion.

 

Zum kleinen 500 hat sich inzwischen der Roadster 124 gesellt, der seit 2 Jahren bei den Händlern steht. Beim Design wurden Anleihen vom Fiat 124 Cabrio genommen, das zwischen 1966 und 1985 gebaut wurde. Allerdings haben die beiden Modelle nur die Zahlenfolge gemeinsam. Vor allem als Abarth zeigt der 124 seine akustischen und physikalischen Sportler-Qualitäten. Direkt nach dem Start unterstreicht die Mechanik mit einem Concerto Grosso für vier Zylinder unter Leitung einer exklusiven Auspuffanlage, dass diese Maschine nicht spielen will. Dieser 2-Sitzer meint es ernst, was die Kraftentfaltung unterstreicht. Bis 100 km/h sind es 6,8 Sekunden, und bei 224 km/h ist erst Schluss. Verantwortlich für diese Werte ist ein 1,4-Liter Turbomotor, der starke 170 PS leistet.

 

Der Fahrer des Abarth 124 Spider kann zwischen „normal“ und „sport“ wählen. Wobei „normal“ für den Alltag gedacht ist. Wählt man „sport“, lernt man sehr bald die Straßenverhältnisse nach dem Motto „hart, aber ehrlich“ kennen. Schon in der normalen Stellung vermittelt der 2-Sitzer allerdings außerordentlich viel Fahrspaß und räubert über den Asphalt, wofür nicht zuletzt die knackige Schaltung mit ihren kurzen und exakten Wegen verantwortlich zeichnet. Der große Drehzahlmesser im Zentrum der Instrumentensammlung hilft, den passenden Schaltpunkt zu finden, doch sollte man bei allem Fahrvergnügen den kleinen Tacho daneben im Blick behalten, denn angesichts der Dynamik kann man Stammkunde in Flensburg werden. Zum beliebten Kunden der Tankstellen wird man eh, wenn man die Möglichkeiten des Spider voll ausschöpft. Der offizielle Verbrauchswert von 6,4 Litern auf 100 Kilometer mag von Masochisten erreichbar sein, wer Spaß haben will, kommt leider in höhere Regionen.

 

Neben dem Roadster ergänzt demnächst noch der Abarth 124 GT die Modellauswahl. Der GT kommt mit einem nur 16 kg wiegenden Karbon-Hardtop, das sich, sagt Fiat wenigstens, in wenigen Minuten montieren und den 2-Sitzer zum Gran Turismo mutieren lässt. Die Preisliste für den 124 Roadster beginnt bei 33.000 Euro. Der Preis für den GT? (ampnet/SW)

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