Audi S8 plus: Ein dunkler Glanz!


Den legitimen Anspruch, die sportlichste Limousine der Oberklasse zu bauen, vertritt nicht nur ein Hersteller. Einst die Domäne der 7er-Reihe von BMW, wird den Münchnern die Position seit einigen Jahren von der ebenfalls oberbayerischen Konkurrenz aus Ingolstadt streitig gemacht, und zwar in Form des Audi S8.

Audi S8 plus

Doch die stärksten Modelle im ganzen Segment kommen von Mercedes-AMG aus Affalterbach, wo man sich diese ohnehin „leistungsschwache“ Mercedes S-Klasse noch einmal sehr gründlich vornimmt und ihr 585 PS (S 63 AMG) bzw. 630 PS (S 65 AMG) entlockt.

 

Mit dem S8 Plus rückt Audi jedoch auf Platz zwei vor: Abgeleitet vom 520 PS starken, regulären S8 leistet das neue sportliche Spitzenmodell stolze 605 PS. Diese daraus resultierenden Beschleunigungswerte sind fast surreal: Der von zwei IHI-Turboladern zwangsbeatmete Achtzylinder katapultiert die Limousine in ganzen 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der Spurt auf 200 km/h gelingt in durchzugsstarken 12,3 Sekunden. Und auch darüber geht es mit großem Nachdruck weiter: Abgeregelt wird erst bei 305 km/h. Eigentlich wären knapp 330 km/h drin, doch selbst mit der künstlichen Abregelung sehen BMW und Mercedes-AMG nur noch den dunkel glänzenden Vierrohr-Sportauspuff eines Audi S8 plus. Akustisch untermalt wird die Machtdemonstration von drohendem Grollen, das an ein entferntes Gewitter erinnert.

 

Das bereits für den regulären S8 recht aufwendig angepasste Fahrwerk verfügt auch hier über ein Sportdifferential, das die Antriebskräfte an der Trapezlenker-Hinterachse stufenlos verteilt und diese Limousine extrem agil einlenken lässt. Der Allradantrieb ist eher heckbetont ausgelegt, die Luftfederung lässt sich in mehreren Stufen ideal verstellen. Für die plus-Version hat Audi die Spreizung zwischen der praktisch unveränderten Einstellung „comfort“ und den zusätzlichen Modi „auto“ sowie „dynamic“ spürbar vergrößert. Die 21 Zoll-Räder auf 275er-Reifen der Serie 35 sind mit einer Kohlefaser-Keramik-Bremsanlage bestückt, die bissig anspricht und für eindrucksvolle Verzögerungswerte sorgt.

 

Trotz seiner überragenden längs- und auch querdynamischen Qualitäten bleibt der S8 plus im Grunde seines Wesens eine Luxuslimousine, und das ist auch der Grund dafür, dass er nicht auf die Modellbezeichnung RS8 hört, obwohl er von der Performance-Schmiede Quattro GmbH in Neckarsulm entwickelt wurde. Zudem hätte der optische Auftritt eines RS-Modells mit großen Lufteinlässen und verbreiterten Kotflügeln wohl nicht zu dieser Baureihe gepasst.

 

Zwar gehört ein sportliches Optikpaket zum Serienumfang des S8 plus, doch diese spezifischen Umfänge lassen sich auch abbestellen, und bei der Quattro GmbH geht man davon aus, dass eine ganze Reihe von potenziellen Kunden ihre neue Vollgas-Limousine mit den bekannten vier Ringen camouflieren werden, nämlich mit Chromverzierungen an ihrer Karosserie und klassischen Hölzern im Interieur.

 

Der Wunsch für den S8 plus, so ist es zumindest bei Audi zu hören, kam vor allem aus Deutschland. Der Grund dafür ist recht einfach: Viele S8-Kunden hatten es scheinbar satt, schon bei 250 km/h in den Abregler zu prallen, womit sie sich am Ende nämlich in der Gesellschaft gutgehender Diesel und sportlicher Vierzylinder befinden. Dafür braucht man sich für einige Euros keinen V8 zu kaufen!

 

Auf den ersten Blick scheint der Kaufpreis für diese Distinktion auf der Überholspur hoch: Mit 145.200 Euro liegt der 605 PS Bolide fast 30.000 Euro oberhalb des gut 116.900 Euro teuren S8. Werden jedoch die in der plus-Variante serienmäßigen Extras dazugerechnet, schnurrt dieser Abstand auf wenige 1.000 Euro zusammen. Und so könnte der S8 plus der alternden A8-Baureihe noch einmal einen deutlicheren Aufschwung verleihen, handelt es sich doch tatsächlich um das weitaus sportlichste Auto der Luxusklasse, das derzeit orderbar ist... (ampnet/SW)

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