Batterien einfach tauschen.


Früher, als der US-Westen noch wild war und die Menschen einfach nur so schnell wie möglich vom Osten in den Westen kommen wollten, war der regelmäßige Antriebswechsel eine angenehmere Unterbrechung der beschwerlichen Reisen in schlecht gefederten Kutschen auf holprigen Wegen. Es ist nicht bekannt, ob Elon Musk ein Western-Fan ist...

Tesla

Doch der Tesla-Chef hatte bereits vor Jahren laut darüber nachgedacht, Batterien an Servicepunkten zu tauschen. Jetzt soll der Südafrikaner laut Branchendienst „The Detroit Bureau“ ein Patent für einen transportablen Batteriewechsler beantragt haben, der wie eine Hebebühne wirkt. Der Wechsel soll danach nicht mehr als 15 Minuten dauern.

 

Wie bei Elon Musk mittlerweile üblich, konnte die gewählte Bühne zur Demonstration der Idee nicht groß genug sein. Während ein Team auf einer Tankstelle eine konventionelle Limousine betankte, tauschte der vollautomatische Batteriewechsler die Akkus an zwei Model S aus. Die Tesla-Technik war natürlich schneller als die nur tankende Crew.

 

Die Stationen (Kostenpunkt: ca. 417.000 Euro), sollen nach Planung mit bis zu 50 Batterien ausgestattet sein. Und Tesla hat schon einmal solch eine Wechselstation auf der Strecke zwischen San Francisco und Los Angeles betrieben, die Idee aber mangels Nachfrage nicht weiter verfolgt und stattdessen dann das Supercharger-Netz platziert.

 

Auf den ersten Blick ist die Idee, die Energiespeicher zu wechseln statt sie mit großem Zeitaufwand wieder neu zu laden, verführerisch. Doch bei vielen E-Mobilen lassen sich die Akkus nicht einfach austauschen, weil sie an schwerer zugänglichen Stellen platziert sind oder tragende Elemente des Fahrzeugs sind. Vor einigen Jahren scheiterte das vom ehemaligen SAP-Manager Shai Agassi gegründete Unternehmen Better Place u.a. an technischen Problemen. Ein offiziell letzter Versuch am Amsterdamer Flughafen, Taxis mit der Wechseltechnik fahren zu lassen, verlief zwar vielversprechend, konnte Better Place nicht erhalten.

 

Bei den beiden aktuellen Tesla-Modellen wurden die Energiespeicher allerdings so platziert, dass ein Tausch problemlos möglich ist. Über die Kosten für die Kunden gibt es keine Angaben. Wirklich revolutionär wäre die Technik, wenn sie sich gar bei den geplanten Tesla Nutzfahrzeugen einsetzen ließe. Dann wäre ein fast abgasfreier Langstrecken-Verkehr möglich, und Trucker hätten Pausen wie im Western... (ampnet/TX)

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