Jaguar XE: Äußerst elegante Raubkatze!


Jaguar tut, was viele tun. Die sanfte Erneuerung des Mittelklassewagens XE, der es mit dem BMW 3er und der Mercedes C-Klasse aufnehmen will, macht den 4-Türer optisch breiter. Wir erinnern uns an die Zeit, wo ein „Vier-Augen-Gesicht“ als Maß der Dinge zu erschien. Scheinwerfer mussten groß sein, viel Licht sollten sie auf die Straße bringen.

Jaguar XE

Jaguar


Die gestalterische Strömung ist vorüber. LED-Technik macht es möglich, dass die Leuchten am Bug auf Miniaturformate schrumpfen, schlanke Schlitze zieren die Front und betonen die Horizontale. So auch beim XE. Zusammen mit einem breiteren Kühlergrill und einem neuen Stoßfänger fährt der Jaguar die Ellbogen aus und steht jetzt noch satter auf seinen bis zu 29 Zoll großen Rädern.

 

Vor allem im Innenraum hat sich viel getan. Chefdesigner Ian Callum spricht davon, dass der XE fast um eine Klasse aufgestiegen ist. Mit hochwertigen Materialien und griffsympathischen Verkleidungen gefällt das neue Interieur nicht nur optisch. Zeitgemäß hat die pure Zahl der Infodisplays zugenommen, die berührungssensitiven Bildschirme liefern gestochen scharfe Bilder und erleichtern die Bedienung des Jaguar XE wesentlich. Einfacher wenn auch konventioneller ist die Steuerung der obligaten 8-Gang-Automatik geworden. Der Drehknopf, der nach dem Starten des Motors langsam aus der Mittelkonsole emporstieg, gehört der Vergangenheit an. Ihn ersetzt ein herkömmlicher Joystick, der die Bedienung beschleunigt, aber weniger elegant wirkt. Dem Wunsch der Kunden sei man bei dieser Veränderung gefolgt, heißt es hier.

 

Bei den übrigen Helfern hält sich der XE ebenfalls nicht zurück. Neu ist der mit einer Rückfahrkamera gekoppelte Rückspiegel, der nicht allein beim Zurücksetzen sondern auch der Fahrt nach vorne das rückwärtige Verkehrsgeschehen einblendet. Auf Hebeldruck wechselt das Bild und man erhält das übliche Spiegelformat, für Fehlsichtige eine gute Hilfe, da das Fokussieren zwischen dem Blick nach vorn und der Darstellung des Monitors entfällt. Spurhalteassistent, Einparkhilfe, elektrisch verstellbare Vordersitze und die erwähnten Voll-LED-Scheinwerfer gehören zudem beim XE zum Serienstandard.

 

Das Motorenangebot des XE hat Jaguar gestrafft. Der Diesel mit 163 PS wurde gestrichen, die Zurückhaltung der Käufer beim Selbstzünder ist der Grund dafür, außerdem lag seine Motorleistung wohl auch zu nah am kräftigeren Triebwerk mit 180 PS. 43.690 Euro kostet diese Version und markiert damit den Einstieg in die Baureihe, ausgestattet mit Allrad- statt mit Hinterradantrieb steigt der Preis um 2.300 Euro. Das Aggregat konsumiert bis zu 5,4 Liter und macht den 4,69 m langen XE 228 km/h schnell. 1.640 kg Leergewicht werden in 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Die 430 Nm Drehmoment helfen hierbei.

 

Bei den beiden bekannten Benzinern müssen wenigstens 44.390 Euro angelegt werden, dafür gibt es dann den hinterradgetriebenen P250 mit 250 PS, ein 4x4-Triebstrang ist für ihn nicht zu haben. Den Verbrauch gibt Jaguar mit 7,0 Liter Benzin an. Das Spitzenmodell, der P300 ist ab 50.140 Euro wiederum ausschließlich mit Allradantrieb zu haben. Dieser Vierzylinder leistet 300 PS und konsumiert 7,5 Liter Treibstoff auf 100 km. Die beiden Benziner erreichen jeweils eine bei 250 km/h abgeregelte sportliche Höchstgeschwindigkeit.

 

Der XE fährt leichtfüßig, agil und entspannt. Sicher bleibt er auf Kurs, die Lenkung gefällt ebenso wie die Bremsen mit guter Rückmeldung vom Traktionszustand der Räder, die Federung zeigt sich komfortabel und dennoch nicht zu weich, die Karosserieneigungen in Kurven bewegen sich in engen Grenzen. Allein das Kofferraumvolumen fällt mit 410 Liter eher knapp aus, für größeres Gepäck wünscht man mehr.

 

Im Juni rollt der erneuerte XE zu den Händlern. Wie der Status seines Heimatlandes in Bezug auf die EU dann sein wird, ist ungewiss. Jaguar selbst hätte sich einen Verbleib in der Gemeinschaft sehr gewünscht, denn wie hoch die wirtschaftlichen Hürden werden, ist ungewiss. Aber vielleicht steigert gerade die Außenseiterrolle des XE seine Attraktivität im Kreis der sonst so angepassten und globalen Klassenkameraden. Wie hieß es einstmals in den deutschen Schulen? Schräg ist englisch und englisch ist eigentlich modern. (ampnet/SW)

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