Kia Ceed SW: Ein wirklich gelungener Kombi!


Ein Vierteljahr nach dem 5-Türer schiebt Kia beim Ceed nun auch den neuen SW nach. Der neue Kombi steht jetzt seit ein paar Wochen bei den deutschen Händler der südkoreanischen Marke und die Abkürzung steht für Sportswagon. Dabei hat sich Kia viel Mühe gegeben, um die Tugenden der Fahrzeuggattung gut zur Geltung zu bringen.

Kia Ceed SW

Kia


Äußerlich kommt der Ceed SW etwas gediegen daher. Eine sich hinten von oben nach unten verjüngende Fensterlinie, ein integrierter Spoiler über der angeschrägten Heckscheibe und angedeutete Luftauslässe an den äußeren hinteren Ecken verströmen einen Hauch Dynamik. Für alle, die optisch mehr wollen, ist in Kürze auch der vom 3-Türer zum 5-türigen Shooting Brake mutierte Pro Ceed zu haben. Der SW spielt die Rolle des praktischen Alltagsbegleiters. Und das wirklich mit viel Liebe zum Detail!

 

Die Besonderheiten des Kia Ceed SW: Zum einen hat dieser Kombi die sonst eher bei Premiumfahrzeugen beheimatete 3-geteilte Lehne bei der Rückbank (40:20:40). Zum anderen die sensorgesteuerte Heckklappe, bei der es nicht einmal des sonst so üblichen Fußwischers bedarf. Hier reagiert der Öffnungsmechanismus auf das Nähern des Schlüssels und gibt nach 4-maligem Gruß via Blinker das Gepäckabteil frei.

 

Mit üppigen 625 Litern Volumen in der Standardkonfiguration bietet der neue Ceed SW nicht nur gut 100 Liter mehr als der Vorgänger, sondern spielt auch schon fast eine Liga höher. Mit in die Berechnung einfließen die unter der Ladefläche liegenden Staufächer, von denen eines sogar das Rollo bei Nicht-Gebrauch aufnimmt. Keine Selbstverständlichkeit im Segment. Und das Gepäcknetz verschwindet sogar im eigenen Schlitz. Bei umgeklappten Rückenlehnen wächst das Fassungsvermögen des SW auf fast 1.700 Liter. Da die hintere Sitzfläche fest montiert ist, ist hier eine minimal ansteigende Ladefläche das einzige, aber kleinere Manko im ansonsten überzeugenden Kombikonzept bei Kia. Freuen darf man sich andererseits dafür wieder über eine kleine Trittschutzleiste auf dem Seitenschweller, die beim Beladen des Dachgepäckträgers dienlich ist.

 

Aber: bei der Rücksitzbank gibt es, im wahrsten Sinne des Wortes eine Einschränkung. Nein, es mangelt weder an Kopf- noch an Kniefreiheit, nur an Fußraum. Unter den Vordersitzen wird es für die Schuhspitzen eng. Ansonsten darf man sich wohl fühlen im Kia. Das gilt insbesondere für den Fahrer: Das Lenkrad liegt angenehm in den Händen, es arbeitet präzise und mit guten Rückstellkräften. Dazu noch die Sitze…

 

Los geht es mit 100 PS und einem 1,4-Liter Sauger, Vielfahrer dürften zum 1,6-Liter Diesel mit wahlweise 115 PS oder 136 PS greifen. Jedoch den meisten Zuspruch erwartet Kia für den 1,4-Liter Turbobenziner mit 140 PS. Der läuft weich, ist im Leerlauf kaum zu hören, und sorgt für flotten Vortrieb. Im Sportmodus des 7-Gang-DCT braucht die Schaltung aber eine spürbare Sekunde, bis der Gasbefehl umgesetzt wird. Wer will, kann auch manuell am Wählhebel mitmischen. Nötig ist das aber nicht. Als weitere Motorenoption steht noch ein 120 PS-Dreizylinder zur Wahl.

 

Mit 1.000 Euro Gepäckaufschlag gegenüber dem Schrägheck fährt der Ceed SW zu Preisen ab 16.990 Euro vor. Damit beweist Kia, dass man immer noch recht günstig ist. Für das Geld bekommt man den Primus unter den Kompakten noch nicht einmal als 3-Türer mit 85 PS. Wer noch 390 Euro drauflegt, wertet das Basismodell Attract des Ceed SW noch um einen Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung sowie um ein Lederlenkrad und -schaltknauf auf. Und bleibt weiter drunter.

 

Das Spitzenmodell Platinum mit dem stärksten Diesel der Palette lässt für den doppelten Preis der Basis dann so gut wie keine Wünsche mehr offen. Das reicht vom automatischen Fernlicht über die Rückfahrkamera bis hin zum Stauassistenten, voller Lederausstattung und ausstellbarem Glasschiebedach sowie belüftbaren Vorder- und beheizbaren äußeren Rücksitzen. Die beiden einzigen Extras, die die Südkoreaner dann noch bietet, sind das DCT und die Sonderlackierung in Deluxeweiß Metallic.

 

Gut 35 Prozent der deutschen Ceed-Käufer griffen bislang zum Kombi, inkl. des neuen Pro Ceed sollen es zukünftig 50 Prozent sein. (ampnet/SW)

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