Kindersitze können wichtig sein.




Der richtige Einbau von Kindersitzen im Auto ist entscheidend für die Sicherheit im Falle eines Unfalls. Werden die Kopfstützen abgebaut, wie die meisten Sitz- und Autohersteller sogar empfehlen, ergibt sich dabei ein erhöhtes, wenn auch kein schwerwiegendes Verletzungsrisiko. Das haben Crash-Tests des ADAC ergeben.

 

Wer vor dem Einbau die Bedienungsanleitungen der Sitz- aber auch der Autohersteller liest, findet oft den Hinweis auf das ganze Abnehmen der Kopfstützen beim Einbau, bei Kindersitzen mit Rückenlehne. Doch ob von den Kopfstützen oder der zumeist hier empfohlenen Demontage tatsächlich Gefahren ausgehen, hat der ADAC durch Heckaufprall-Tests untersucht. Auch die Frage nach dem besseren Sitzkomfort war Thema.

 

Die Auswertung zeigt zudem, dass beim verwendeten Sitz der Gruppe III mit einem 10-jährigen Dummy die Kopfstütze sogar eine abstützende Wirkung hat, die der Kindersitz allein nicht bieten kann. So reduziert die Kopfstütze die auftretenden Kräfte deutlich. Gleichzeitig halten sich die negativen Auswirkungen auf den Sitzkomfort in Grenzen. Daher sollten nach Ansicht des ADAC die Kopfstützen nicht grundsätzlich ausgebaut werden. Vielmehr sollten Eltern unter Berücksichtigung von Größe und Gewicht des Kindes sowie den Gegebenheiten des Sitzes nur individuell entscheiden und vorzugsweise die Kopfstütze nicht abnehmen. Wirkt sich die Kopfstütze etwa auf den Sitzkomfort des Kindes aus, sollte die Kopfstütze lieber um 180 Grad gedreht im Fahrzeug montiert werden. Ist dies nicht möglich, die Kopfstütze ausbauen.

 

Zusätzlich fuhren die ADAC-Tester Ausweichmanöver. Bei diesen Tests machte es keinen Unterschied beim Seitenhalt, ob Kopfstützen montiert waren oder nicht. Hier fiel aber einmal mehr auf, dass Isofix-Sitze viele Vorteile gegenüber anderen Sitzen haben. Unabhängig von der Stütze konnte die Isofix-Verankerung das seitliche Kippen deutlich reduzieren.

 

Die Fahrzeughersteller sollten nach Ansicht des ADAC die Kopfstützen so anordnen, dass sie einen hohen Kindersitz nicht behindern und der Kindersitz komplett an der Lehne aufliegen kann. Eltern sollten beim Kauf eine Sitz- und Montageprobe mit dem eigenen Fahrzeug und dem Kind machen, beim Einbauen beachten, den Gurt nicht zu verdrehen. Außerdem sind die Gurte immer nur in die vorgesehenen Führungen einzulegen und straff zu ziehen. Nur so kann bei einem Aufprall das Kind wirklich sicher zurückgehalten werden. (TX)

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