Mercedes autonom in Shanghai unterwegs.


Der Straßenverkehr in China unterscheidet sich in vielen Aspekten vom europäischen oder amerikanischen. Daher ist für ausländische Fahrer ein chinesischer Führerschein erforderlich, und auch automatisierte und autonome Fahrzeuge müssen ihre Tauglichkeit für diesen Markt vorab dringend unter Beweis stellen.

S-Klasse in Shanghai

Um künftige, höher automatisierte Fahrfunktionen an länderspezifische Nutzer- und Verkehrsgewohnheiten anzupassen, hat Mercedes auf der IAA den „Intelligent World Drive“ gestartet. Nach Deutschland wird das Erprobungsfahrzeug, das auf der neuen Serien-Limousine der S-Klasse basiert, jetzt bei automatisierten Testfahrten im dichten Verkehr und mit den landesspezifischen Besonderheiten in der chinesischen Metropole Shanghai erprobt. Bis Januar 2018 wird sich das Erprobungsfahrzeug in unterschiedlichen, komplexen Verkehrssituationen auf fünf Kontinenten stellen und dabei auch die Grenzen aktueller Systeme ausloten. Ziel ist es, für die Weiterentwicklung der Technologien weltweit Erkenntnisse im realen Verkehrsgeschehen zu sammeln.

 

Der Fokus in Shanghai liegt auf der Bewertung des Fahrverhaltens im extrem dichten Verkehrsfluss mit seinen unterschiedlichen Teilnehmern sowie auf infrastrukturellen Besonderheiten. Die hohe Dichte von Autos, Zwei- und Dreirädern sowie Fußgängern und das damit einhergehende Verkehrsverhalten in chinesischen Städten stellen andere Probleme an automatisierte Fahrfunktionen als in Europa oder auch den USA. Hinzu kommen Verkehrsschilder mit chinesischen Schriftzeichen und zudem Spurmarkierungen, die in China eine andere oder oftmals mehrfache Bedeutung sogar haben dürfen.

 

Im Fokus der ersten Erprobungsfahrten des „Intelligent World Drive“ in Deutschland stand die Bewertung des spezifischen Fahrverhaltens auf Autobahnen und in Stausituationen, ein sehr wichtiger Baustein für die Entwicklung zukünftiger Technologien. Nach der zweiten Etappe in der Metropole Shanghai folgen im November Testfahrten in Australien und im Dezember in Südafrika. In Australien liegt der Schwerpunkt auf der Validierung des aktuellen, digitalen Kartenmaterials von Here, wogegen in Südafrika die Fußgängererkennung in vielen ungewohnten Situationen eine große Rolle spielen wird. Endstation des Programms wird im Januar die CES in Las Vegas sein. Die Testfahrt im Großraum Los Angeles und anschließend nach Las Vegas dient der Bewertung des Fahrverhaltens im dichten, unvorhersehbaren US-Verkehr. (ampnet/TX)

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