Opel Astra Sports Tourer: Kompaktwagen ganz groß!


In Rüsselsheim scheint wieder die Sonne. Opel hat sich aus dem Tal der Tränen befreit. Die neuen Modelle kommen gut an. Der Corsa läuft, der Mokka hat sich zum Trendsetter für kleine SUV entwickelt und der neue Astra hat sich auch erfolgreich etabliert. Als „Car of the Year“ führt das wichtigste Modell des Hauses die Marke wieder zurück in die Spur.

Opel Astra Sports Tourer

Mit 27,6 Prozent Anteil ist mehr als jeder vierte neue Opel ein Astra im Jahr 2016. Nun, nach der Einführung des 5-türers im November folgt mit 5 Monaten Verspätung der Kombi. Die heißt nun nicht mehr Caravan, sondern gemäß „Neusprechs“ Sports Tourer.

 

Dabei hat es der Astra gar nicht nötig, sich seiner Wurzeln und seiner angestammten Modellbezeichnung zu schämen. Schon 1953 stellte Opel den ersten Kombi vor. Der Kadett revolutionierte 1963 bei Erscheinen die bürgerliche Mittelklasse, die der nicht gerade raumökonomische VW Käfer dominierte, nicht nur mit einer Stufenhecklimousine, sondern mit dem ersten Kombi namens Caravan. Er bot sehr viel Platz im Heck!

 

Das Konzept ging auf. Klar, dass der Kadett II ab 1965 einen Caravan bekam. Mit 1,57 Meter langer Ladefläche, ein Raumfahrtprogramm und so innovativ, dass der Kombi seinen Weg in 120 Exportmärkte fand. Die vierte Kadett-Generation bot im Caravan-Heck 1.425 Liter an. Das kann sich in der Klasse noch heute gut sehen lassen. 1991 verkündete Opel: Der Kadett heißt jetzt Astra, und ab 2010 Sports Tourer statt Caravan. Insgesamt rollten bis heute von rund 24 Millionen Kadetten/Astra, etwa 5,4 Millionen als Kombi von den Bändern. Nun läuft der Countdown für das Raumfahrprogramm der fünften Astra-Generation, die am 9. April bei den Händlern ihre neue Umlaufbahn nimmt.

 

1.630 Liter und 1,87 Meter sind die zwei zentralen Daten, die den Astra Kombi prägen. 1.630 Liter Volumen umfasst der max. Laderaum, 1,82 Meter beschreibt die Länge des Laderaums beim Umklappen (40/20/40) geteilten Rücksitzbank. Als 5-sitzer schluckt das Heck des Sports Tourer immer noch 540 Liter. Damit spielt der Astra fast schon in einer höheren Klasse. Das Datenblatt des VW Golf Kombi weist 410 bzw. 1.410 Liter Volumen aus. Obwohl der Astra Kombi praktisch genauso lang ist wie sein Vorgänger, verbesserte sich nicht nur das Volumen des Stauraums um 80 Liter, auch alle relevanten Innenraummaße sind gewachsen. Die verbesserte Raumökonomie sorgt für großzügige Platzverhältnisse bei Fahrer und Beifahrer sowie genug Reisekomfort im ganzen Fond.

 

Dem Opel Sports Tourer steht das Motorenprogramm der Limousine zur Verfügung. Das Leistungsspektrum deckt einen Bogen von 95 PS bis 200 PS ab. Für den ersten Schnupperkurs mit dem neuen Astra Kombi stellte Opel den stärkten Diesel mit 160 PS bereit, eine Neuentwicklung. In Verbindung mit der beachtlichen Schlankheitskur von rund 190 Kilo zum Vorgänger hat der drehmomentstarke Selbstzünder, dem zudem ein doppelter Turbolader über jede Anfahrschwäche hinweg hilft, gar keine Mühe, den Kombi souverän zu motorisieren. 8,1 Sekunden für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 und 220 km/h Höchstgeschwindigkeit gehen schon als ausgesprochen sportlich durch. Die 4,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer, die der Normverbrauch ausweist, gelingen natürlich in der Praxis nicht, unsere 5,6 Liter, die der Bordcomputer nach 200 Kilometern abwechslungsreicher Teststrecke angab, gehen für das Leistungs- und Transportangebot jedoch wirklich in Ordnung.

 

Die Sahnestücke im aufpreispflichtigen Angebot für den Astra sind das Matrixlicht für 1.250 Euro und die Ergonomiesitze für 685 Euro. Die Sitze lassen in puncto Verstellmöglichkeit und Unterstützung für den Rücken manch oberklassigen Sitz älter aussehen, und das Matrixlicht ist eine Technik, bei der Opel ebenfalls in der ersten Reihe sitzt. Das belohnen offensichtlich auch die Kunden. Bei der Limousine bestellen bislang 37 Prozent der Käufer die für den Gegenverkehr blendfreien Leuchten.

 

Das sichere, problemlose und dennoch komfortable Fahrverhalten hat der Kombi des Astra 1:1 von der Limousine übernommen. Jedoch beim Modellmix dürfte der Sports Tourer sogar künftig die Nase vorne haben. Opel rechnet hier mit 52 Prozent Anteil an der gesamten Modellreihe. Mit 5 Ausstattungslinien deckt der Astra Kombi ebenfalls ein weitgespanntes Angebotsspektrum ab. Bei Gewerbekunden und Familien sieht Opel die wichtigsten Gruppen für den Sports Tourer. Mit rund 1.000 Euro Kombi-Aufschlag fällt der Aufpreis zur Limousine moderat aus, zumal es dafür ein deutlich besser nutzbares Auto gibt. 18.260 Euro sind für einen Astra Sports Tourer mindestens fällig. Der Topdiesel steht ab 28.310 Euro in der Liste. Da dürfte der eine oder andere Kunde in Versuchung geraten, sich statt eines asketischer ausgestatteten Insignia lieber einen Astra Kombi mit Verwöhnaroma zu gönnen. Keine Frage: Bei seinem jüngsten Raumfahrtprogramm haben die Rüsselsheimer allem Anschein nach einen richtig guten Job abgeliefert. Oder… (ampnet/SW)

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