Premium ist mehr als ein Wort.




Eigentlich hatte Opel sich von Oberklasse-Limousinen verabschiedet. Doch der neue Insignia Grand Sport ist nur wenige Millimeter kürzer als der alte Diplomat, das seinerzeit mit V8-Aggregat und veritablem Luxus verwöhnte. Entsprechend selbstbewusst geben sich die Rüsselsheimer bei der Vorstellung des neuen Flaggschiffs.

 

Auch wenn die bekannte Marke mit dem Blitz als chronisch notleidend gilt, die Qualität ihrer Autos in Europa unbestritten. Der Insignia kam gar zu weltweiten Ruhm. Als Chevrolet Malibu reüssierte er in den USA, als Buick Regal in China und als Holden Commodore in Australien. Allein in Europa wurde er rund 940.000-mal verkauft. Diesen Erfolg im Blick soll der neue Insignia wieder für Furore sorgen. Zunächst als Fließheck-Limousine, dann als Kombi (Sports Tourer), der zuletzt den Großteil der Verkäufe ausmachte. Zwei Benzin- und zwei Diesel-Motoren in sieben Leistungsstufen zwischen 110 PS und 260 PS stehen für den Antrieb bereit. Von einer 6-Gang-Handschaltung bis zu einer 8-Gang-Automatik reichen die Getriebe-Variationen. Und bisher ist nicht dementiert worden, dass die sportlich orientierten Kunden sich auf ein OPC-Modell mit weit über 300 PS freuen können. Basispreis, ab 25.940 Euro.

 

„Obere Mittelklasse“ lautet das Zielsegment, das Maß von knapp 4,90 Metern würde auch für eine Konkurrenz zu den Business-Limousinen BMW 5er oder Audi A6 reichen. Aber das Wort „Premium“ verwenden die Präsentatoren nur, wenn z.B. Marketing-Manager Albrecht Schäfer davon spricht, dass man diese Hersteller nur „ein bisschen ärgern und herausfordern“ wolle. Ob das mit einem 150 PS Benziner klappt, wie ihn das Basismodell antreibt, muss sich erweisen. Der Insignia ist laut Opel gegenüber dem Vorgänger um bis zu 175 Kilogramm leichter geworden, so dass die Fahreindrücke mit dem Handschalter ganz passabel sind. Lediglich im niederen Drehzahlbereich kommt etwas Müdigkeit auf, denn der Turbo braucht gut 2.000 Umdrehungen, um sein volles Drehmoment von 250 Nm zu entfalten. Wird er etwas fordernder und mit häufigeren Gangwechseln z.B. im Taunus durch die Kehren gescheucht, kann der Verbrauch sich gen 9,0 Liter schrauben. Vorgesehen sind laut Prüfstand jedoch minimal 5,9 Liter auf 100 Kilometer.

 

Das Fahrwerk ist von bekannter Güte. Die Lenkung gibt äußerst gute Rückmeldung und leidet nicht unter Präzisionsdefiziten, auch wenn die Servounterstützung erheblich ist. Wer es gern etwas dynamischer hat, greift lieber zum Top-Motor, der nicht nur 260 PS generiert, sondern sie auch mit 400 Nm an beide Achsen schafft. Der Allradantrieb ist Serie und mit Torque Vectoring, das Drehzahlunterschiede zwischen einzelnen Rädern für mehr Fahrstabilität ausnutzt. Da stört es nicht, dass sogar etwas mehr Drehzahl (ca. 2.500 U/min) für vollen Schub gebraucht wird, denn unter kerniger Klangkulisse geht es gut vorwärts.

 

Auf 400 Nm Durchzugskraft können auch die Fahrer des 2,0-Liter Diesel zurückgreifen, der sie schon ab 1.750 Umdrehungen bereitstellt. Die 170 PS deuten darauf hin, dass die Möglichkeiten dieses Selbstzünders im Hinblick auf einen effizienzorientierten Betrieb (nach EU-Norm 5,2 Liter je 100 km) nicht voll ausgeschöpft wurden...

 

Die von dem japanischen Ausrüster Aisin zugelieferte, sehr kompakte 8-Gang-Automatik ist dem 2,0-Liter Turbobenziner vorbehalten. Wer im Diesel keine Lust auf manuelle Gangwechsel hat, muss sich mit einer 6-Gang-Automatik begnügen. Premium nicht sein wollen, einen Vergleich damit aber nicht scheuen, heißt für den Opel Insignia, bei Konnektivität und Assistenzsystemen immer auf dem Stand zu sein.

 

Das Matrix-Licht der Hauptscheinwerfer hat nun 32 LED-Elemente (statt bisher 16) ist bei der Ausstattungslinie Innovation gar Serie, kostet aber für alle anderen Ausführungen zusätzlich 1.590 Euro. Der Spurhalte- und Einpark-Assistent sind lieferbar, das Head-up-Display projiziert direkt in die Frontscheibe und kommt ohne zusätzlichen Spiegel aus. 360-Grad-Kamera und Rückfahr-Assistent geben Sicherheit, das OnStar-System wurde um einen Concierge-Service (z.B. etwa für die Hotelbuchungen) und eine Parkplatz-Suchfunktion erweitert.

 

Für den Top-Benziner sind mindestens 41.500 Euro fällig, den stärksten Diesel 35.455 Euro. Als Sports Tourer kostet der Insignia jeweils 1.000 Euro mehr. Ein neu aufgelegtes Individualisierungs-Programm namens Exclusive soll ausgefallene Kundenwünsche erfüllen. (ampnet/TX)

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