Prototyp des Mover soll gebaut werden.




Schaeffler stellte auf seinem 11. Kolloquium erstmals die urbane Studie „Schaeffler Mover“ vor. Das Technologieunternehmen hat für das allein auf autonomen Betrieb ausgelegte Fahrzeug ein kompaktes Radmodul entwickelt, das Antriebs- und Fahrwerkskomponenten vereint. Dieses „Intelligent Corner Modul“ ermöglicht eine hohe Wendigkeit inkl. Komfort.

 

Die Technikplattform des Mover ist so flexibel ausgelegt, dass komplett verschiedene Aufbauten umgesetzt werden können. Die Studie verfügt über einen Radnabenantrieb und eine 90 Grad-Lenkung. Die Antriebs- und Fahrwerkskomponenten sind Platz sparend in einer Baueinheit, dem „Schaeffler Intelligent Corner Module“, zusammengefasst. Dieses Modul, das in allen vier Rädern eingebaut wird, umfasst den Radnabenmotor, Radaufhängung inkl. Federung und Aktor für die elektromechanische Lenkung. Die Lenkung des Moduls ist als elektromechanisches Steer-by-Wire-System ausgeführt. Die gewählte Form der Aufhängung ermöglicht einen Radeinschlag von 90 Grad. So lässt sich das Fahrzeug in engen Gassen manövrieren und seitlich in kurze Parklücken einscheren, um Gäste ein- und aussteigen zu lassen. Wenden auf der Stelle funktioniert.

 

Der Traktionsmotor des Radmoduls ist eine Variante des von Schaeffler bereits 2013 in einem Forschungsprojekt entwickelten Radnabenmotors. In der aktuellen Auslegung für den „Schaeffler Mover“ liefert jeder der vier E-Motoren bei 300 Volt Betriebsspannung eine Dauerleistung von 13 kW (18 PS) und eine begrenzte Spitzenleistung von 25 kW (34 PS). Das Nenndrehmoment von 250 Nm pro Motor kann kurz verdoppelt werden. Im Laufe des Jahres ist geplant, einen absolut fahrbereiten Prototypen einschließlich einer Kabinenstruktur samt Klimatisierung zu realisieren...

 

Der hohe Integrationsgrad des Schaeffler-Moduls spart Bauraum bei Antrieb und Fahrwerk, das frei werdende Areal bietet Platz für Gäste und Stauraum für Transportgüter. Der geschaffene Raum für die Batterie und Nebenaggregate ermöglicht kompakte Fahrzeugabmessungen. Diese wiederum lassen sich auch variieren. Schließlich kann das Fahrzeug auch als längere und breitere Variante umgesetzt werden. Der modulare Fahrzeugaufbau schafft die Voraussetzung, mit einem fast einheitlichen Chassis viele Aufgaben des Personen- und Warentransports zu lösen. Der Aufbau lässt sich rasch von der Plattform separieren, in welcher die Technik gebündelt ist. Lediglich ein Teil der für das autonome Fahren benötigten Sensorik ist zusätzlich im jeweiligen Aufbau integriert. (ampnet/TX)

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