Trotz Verspieltheit hoher Nutzwert.




Es ist recht offenkundig, wen sich Kia zum Vorbild genommen hat: Mit dem Proceed bringen die Südkoreaner den Shooting Brake nach Muster der A-Klasse von Mercedes. Man darf die Marke dazu begrüßen und sich wundern, warum sonst noch niemand dieses Konzept für kompakte Pkw aufgegriffen hat. Sehen lassen kann sich dieser Shooting Brake...

 

Dass die Kia-Designer dynamische Karosserien können, haben sie mit dem Stinger bewiesen. Der Proceed schlägt eine ähnliche Richtung an, wirkt unterm Strich aber im Detail etwas zu verspielt. Als Beispiel sei auf die Finnen an den seitlichen Lufteinlässen hingewiesen, die nur Attrappe sind. Oder auf die in Klavierlack-Optik abgesetzten Seitenschweller, die noch einen markanten feurig roten Abschluss spendiert bekommen. Und, und… Es ist stellenweise zu viel des Guten.

 

Trotz der schnittigen Karosserie schluckt der sportliche Kompakte 594 Liter. Auch die Ladelänge von gut 1,80 m bei nur minimal ansteigender Fläche nach dem Umklappen der dreigeteilten Rückenlehnen geht mehr als in Ordnung. Das Fassungsvermögen des Kofferraums beträgt dann bis zu 1.545 Liter. Grenzen zeigt allenfalls der mit rund 63 cm Höhe recht niedrige Ausschnitt der Heckklappe auf, ein Tribut an die gewählte Form, die aber zum Glück nicht zu Lasten der hinteren Kopffreiheit geht. Die Sicht nach schräg hinten ist allerdings entsprechend klar eingeschränkt.

 

Dafür gibt es eine verschiebbare Ladearretierung und ein versenkbares Gepäckrollo. Das Interieur schmeichelt mit rot abgesetzten Ziernähten auch an den Türverkleidungen. Bei der Verwendung von Klavierlack hält sich der Proceed angenehm zurück. Mit dabei sind Querverkehrswarner, elektrische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion und Rückfahrkamera, die auch bei schlechter Witterung ein gutes Bild liefert. Ein griffiges und beheizbares Sportlederlenkrad und Alu-Pedalerie stimmen den Fahrer sportlich. Der Spurhalteassistent reagiert recht forsch, die Regelanlage für die Geschwindigkeit verfügt über Stopp-und-Go.

 

Zwar gibt es auch je einen Diesel und Benziner mit 136 PS bzw. 140 PS, aber einem Shooting Brake steht der 1,6-Liter Turbobenziner der GT-Version natürlich am besten. Der 204 PS starke Motor nimmt willig Gas an und bekommt ab 2.500 Touren noch einmal einen kleinen Schub. Die Geräuschdämmung könnte allerdings besser sein. Ab 3.500 U/min wird es deutlich lauter. Der knurrige Sound des gewählten Klappenauspuffs ist im Normal-Modus beinahe schon ein wenig zu aufdringlich, passt dann aber bestens in der Fahrstufe „Sport“, wo der Proceed noch einmal an den entsprechenden Stellen die Schrauben fester zieht, bis 230 km/h.

 

Die Lenkung arbeitet direkt, die knackige sowie exakt geführte 6-Gang-Schaltung (auf Wunsch 7-Gang-DSG) wird dem Anspruch an ein solches Fahrzeug ebenfalls gerecht. Auch bei hoher Autobahngeschwindigkeit hält der Kia Proceed ruhig die Spur. Der angegebene Mittelverbrauch von 6,8 Litern (WLTP umgerechnet auf NEFZ) ist nahezu erreichbar, jedoch auch 10,0 Liter sind durchaus hier möglich. (ampnet/TX)

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