VW Passat wird technologisches Flaggschiff.




So kann man den Erlkönigs-Fotografen auch das Geschäft versauen: VW veröffentlicht schon Monate vorab Fotos und Videos vom nächsten Passat, ohne Tarnung. Aber: Auch der neue Passat bleibt ein Passat, wenigstens in seinem Blechkleid. Darunter arbeitet modernste Technik für Telematik, Sicherheit und Komfort.

 

Im Mai startet der Vorverkauf des Wolfsburger Bestsellers, im August die Auslieferung in Deutschland. Unter den ersten Exemplaren wird dann der 30-millionste Passat seit dem Jahr 1973 sein. Der Passat ist dann das meistgebaute Auto, mit weitem Vorsprung vor den 21,5 Millionen Exemplaren des Käfer. Der neue Passat wird zum Flaggschiff.

 

Ein Flaggschiff braucht einen passenden Namen. Die neue Dachmarke für die VW-Assistenzsysteme heißt „IQ.Drive“. Sie soll in Zukunft alle Systeme auf dem Weg zum autonomen Fahren bündeln. Dazu gehört der „Travel Assist“, mit dem der Passat im Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 210 km/h teilautomatisiert bewegt werden kann. Dazu gehört das kapazitive Lenkrad. Es registriert die Berührung durch den Fahrer und bildet so eine interaktive Schnittstelle.

 

Ähnlich wie beim Vorgängersystem, dem „Stauassistent“, übernimmt im „Travel Assist“ die automatische Distanzregelung ACC die Längsführung und das Spurführungssystem „Lane Assist“ die Querführung. Das neue System ermöglicht das bis 210 km/h und verhilft zum teilautomatisierten Fahren auf Level 2 des Spektrums der offiziellen Automatisierungsgrade 0 bis 5. Aus rechtlichen und sicherheitsrelevanten Gründen muss der Fahrer das System in dieser Stufe 2 permanent überwachen.

 

Um das auch zu gewährleisten, prüft der „Travel Assist“, ob der Fahrer die Hände am Lenkrad hat. Löst der Fahrer länger als 10 Sekunden die Hände vom Lenkrad, wird direkt eine Kette von Warnsignalen ausgelöst. Spätestens jetzt muss der Fahrer reagieren und das Lenkrad anfassen, da ansonsten der „Emergency Assist“ aktiv wird und den neuen Passat rein automatisch zum Stehen bringen.

 

Als zweites Modell nach dem aktuellen Touareg wird der Passat als Sonderausstattung mit den „IQ.LIGHT – LED-Matrixscheinwerfern“ zu ordern sein. Sie zeichnen sich u.a. durch eine interaktive Lichtsteuerung aus, die Nachtfahrten komfortabler und sicherer werden lässt. Die LED-Scheinwerfer nutzen eine Matrix aus einzeln aktivierbaren Leuchtdioden (LED). Das Abblendlicht und das Fernlicht wird dabei über zwei LED-Projektionssysteme gebildet. Das innere Modul sorgt über sieben LED für eine Grundausleuchtung; zudem wird hier mittels fünf weiterer LED ein Zusatzfernlicht erzeugt. Das äußere Modul ist der interaktive LED-Matrix-Scheinwerfer. Dessen Licht wird über 32 individuell ansteuerbare LED dargestellt, die sich auf einer Platine befinden. Sie bilden die LED-Matrix. Über die 44 LED der beiden Systeme werden unterschiedlichste, zum Teil interaktive Lichtfunktionen aktiviert. Das zuständige Steuergerät nutzt dazu die Signale der Frontkamera, die digitalen Kartendaten des Navigationssystems, die GPS-Signale, den jeweiligen Lenkwinkel sowie die aktuelle Geschwindigkeit, um in Sekundenbruchteilen punktgenau die einzelnen LED für das jeweils beste Licht zu aktivieren.

 

Mittels „Dynamic Light Assist“ schaltet der Fahrer das automatische Dauerfernlicht ein. Dazu wird der linke Lenkstockhebel einfach nur nach vorne gedrückt. Den Rest regelt der Passat.

 

Beim brandneuen VW Passat geht die dritte Generation des Modularen Infotainment-Baukastens (MIB3) an den Start. „App Connect“ bietet die kabellose Integration von iPhone-Apps an. Da die Infotainmentsysteme serienmäßig mit einer integrierten Online-Connectivity-Unit (OCU) samt SIM-Card ausgestattet sind, ist der neue Passat immer online. Neben verbesserten navigationsbezogenen Diensten mit Echtzeitinformationen erschließen sich dadurch neue Technologien sowie Angebote: Musik-Streaming-Dienste, Internet-Radio, die Nutzung updatefähiger Web-App-Technologie und eine natürliche und um Online-Inhalte angereicherte Sprachbedienung. Smartphones werden sich in einen mobilen Schlüssel zum Öffnen und Starten des Passat verwandeln lassen.

 

Die Hard- und Software des MIB3 bildet eine vernetzte Einheit mit dem neuen „Digital Cockpit“ des Passat. Gegenüber dem Vorgängersystem (Active Info Display) wurden die digitalen Instrumente weiterentwickelt mit klareren Graphiken und kontrastreicheren Displays. Die drei Display-Konfigurationen können jetzt mit einer einzigen Taste über das neue Multifunktionslenkrad individualisiert werden.

 

In diesen Zeiten schon fast Pflicht: Volkswagen bringt mit dem Passat GTE 2019 einen Plug in-Hybrid mit einer deutlich größeren elektrischen Reichweite. Die liegt bei max. 55 km im neuen WLTP-Zyklus. So kann der GTE in Zero-Emission-Zones elektrisch fahren und spart so z.B. in London die City die Maut. Gleichzeitig erreicht der Passat GTE mit der Kombination aus E-Maschine und effizientem Turbobenziner (218 PS) bereits die Abgasnorm Euro6d, erst gefordert ab 2021. (ampnet/TX)

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